Neue Pflichten für Blogger – digitale Inhalte bei der Nationalbibliothek abliefern???

Ich glaube ich lese nicht recht im ZDNet, das kann doch nur ein verspäteter Aprilscherz sein oder was?

Auszug (zdnet): Bitkom kritisiert geplante Ablieferungsverordnung –

In Deutschland sollen Web-Autoren in Zukunft dazu verpflichtet werden, regelmäßig elektronische Kopien ihrer Inhalte an die Nationalbibliothek abzuliefern. Die Bundesregierung plant, in der so genannten Pflichtablieferungsverordnung Unternehmen und Blogger dazu anzuhalten, sich regelmäßig von sich aus an die Nationalbibliothek zu wenden.Man kann kaum glauben, das jemand auf so einen blöden Unsinn kommt? Hallo Welt? Realitätscheck fällig oder was?

Also ich will mal schwer hoffen, das das letzte Wort da noch nicht gesprochen ist, wie lächerlich will sich unsere Politik eigentlich noch machen???

UPDATE EDIT Nachdem ich das jetzt selbst noch in Frage gestellt (see ZDnet kommentare *ggg) habe hab ich mir doch mal die mühe gemacht, die Quelle anzubohren und siehe da, es ist kein Scherz -> Bitkom Meldung!

UPDATE 2 Spiegel Online: Angeblich dürften sich die Kosten auf nur 115 Mio Euro belaufen, herrlich und was will die Nationalbibliothek dann mit den regelmäßig aktualisierten daten hunderttausender Long-Tail Blogs … Tote Daten für die Ewigkeit, also langsam läßt die Absurdität grüßen!

~ von unintendedpurpose - Juni 20, 2007.

12 Antworten to “Neue Pflichten für Blogger – digitale Inhalte bei der Nationalbibliothek abliefern???”

  1. […] testgebiet unintended purpose weitere Artikel: « Dukudu (Twitter-Klasse) wird verkauft || Trackback-URL […]

  2. Tut mir leid…also ich glaube dir schon…aber…das kann ich echt nicht glauben. Ich fasse mir gerade dann heftig an den Kopf. Mal davon abgesehen, dass es absoluter Humbug ist…wer will den Aufwand bezahlen?

  3. So ein Schwachsinn!!!

    Ist euch aufgefallen, das dort nur Seiten mit DE-Endung eingeschlossen sein sollen?

  4. Na das das Schwachsinn ist, das unterschreib ich glatt 😉

    Aber eine Bloggerin hat schon bei der Nationalgalerie nachgefragt und eine Antwort: see here http://tinyurl.com/3e3h5x by the way THX an http://www.webdesign-in.de

  5. Das klingt für meine Begriffe ziemlich schwammig. Kannst du darin eine eindeutige Aussage erkennen?

  6. Naja, also wenn ich mir das anschaue was Sie als Kurzfassung angegeben hat, Zitat: „Kurzfassung:Private Blogs, reine Newsveröffentlichung, Software- oder Anwendungstools =Nein.
    Die deutsche Nationalbibliothek sammelt alles was über reine Öffentlichkeitsarbeit hinausgeht.“, dann läßt einem das – als kleinem Privatblogger ohne höhere Bestrebungen – doch einige Freiheit und hinreichend Spielraum. Ich denke inzwischen, es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Behalten wir das Thema mal im Hinterkopf bis da weitere Präzisierungen von offizieller Stelle kommen.

  7. Natürlich sollten wir jetzt nicht voreilig ausflippen. Da gebe ich dir ganz klar recht.

    Aber um die Aussage richtig zu interpretieren muß man das Wort „Öffentlichkeitsarbeit“ richtig auslegen. Gilt es schon als öffentlich, wenn ich meinen Blog bei Suchmaschinen indizieren lasse? Gilt es als öffentlich, wenn ich mich zu Vorkommen aus dem öffentlichen Leben äußere? Das ist die große Frage!

  8. Hehe, genau die Definition des Begriffs Öffentlichkeitsarbeit und deren Grenzen oder Motive, also klare Kriterien zur Abgrenzung konnte ich mir auch noch nicht vorstellen…

    Letztlich dürfte es schwierig sein Grenzen festzulegen, das hier – wo jemand aktiv selbst etwas schreibt (der User-generated-Content) könnte man ganz klar als private, belanglose, selbstreferenzielle Plattform sehen, auf der ich Dinge mit denen ich mich beschäftige oder die ich so auf den Streifzügen durch das (sich mit rasender Schnelligkeit wandelnde, und unüberschaubaren Veränderungen unterworfene) Web entdecke, dokumentiere, und kommentiere. Meiner Meinung nach fällt das eher in die Rubrik öffentliches Tagebuch, mit Feedbackkanal – wobei da ja nach manchereines Definition auch schon Meinungsbildung und eine Schnittmenge mit journalistischen Motiven und entsprechenden, professionellen Ansprüchen einhergehen.

    Im Grunde kommt es mir eh so vor, als seien einige dieser Maßnahmen nur dazu da, um das Recht auf persönliche Meinungsäußerung und die Meinungsfreiheit immer mehr einzuschränken, quasi mal so als Worst-Case-Szenario ersponnen. Hmmm, ich mag sie zwar nicht – aber die Metapher mit dem Frosch passt hier mal …
    Der aus dem Topf herausspringt, wenn man ihn plötzlich ins heiße Wasser setzt. Der aber widerstandslos im Topf sitzenbliebe, wenn die Temperatur des Wassers immer nur knapp bis an die Grenze des Erträglichen ansteigen würde, bis der Frosch sich daran gewöhnt hat und dann wieder einen kleinen Tick anzusteigen bis der Frosch GAR IST.

    /Sarkasmus Off

  9. Da frage ich mich nur: zu welchem Zwecke soll die Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt werden? Das ist mir jetzt nicht ganz klar! Oder bin ich zu naiv, wenn ich glaube, das Meinungsfreiheit in der Demokratie noch Wert hat?

    PS: Deine Metapher passt hier hervorragend. Da ist die Agenda 2010 übrings auch ein gutes Beispiel…

  10. Naja das war nur etwas überspitzt -betrachtete die Antworten hier nicht als unbedingt bierernst – ich neige bei Ratlosigkeit zu Zynismus ;-), dennoch lassen sich gewisse Tendenzen -der Datenhunger von Google, die Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner, Forenhaftung,als Beispiele wohl nicht verleugnen.

    Das kann einem schon gewaltig Kopfzerbrechen bereiten, alleine sich im Netz politisch korrekt zu verhalten – nicht die „falschen“ Services zu benutzen, wenn man Kenntnis von deren Geschäftsgebaren hat, und solche Aspekte (u.U. rein subjektive „soft parameters“). Für wen mache ich Werbung und für wen nicht, wem bin ich Rechenschaft schuldig, wenn nicht in erster Linie mir selbst, wie weit stelle ich mich mit meinen Positionen zur Diskussion, wie ist das mit der Verantwortung für das was ich schreibe, wenn ich damit wirklich mal etwas mehr als eine Handvoll Leute erreichen kann usw.
    Welche Konsequenzen kann es haben – neben repressiven 😉 Maßnahmen (Achtung: Ironie) haben, soziale oder berufliche Folgen, u.U. Kriminalisierung oder Überwachung durch Strafverfolgungsbehörden, wegen irgendwelcher Banaler Aussprüche oder unüberlegter Aussagen?!

  11. Auch ich neige bei Ratlosigkeit zu Zynismus. Aber die Fragen die da aufwirfst, die klingen doch sehr ernst. Und man sollte sie sich auch sehr ernst stellen. Grundsätzlich freue ich mich über jeden Leser. Aber in der Tat kann es passieren, das man mit einer Aussage plötzlich in größrerem Rampenlicht steht. Aber solange man mit dieser Aussage das geltende Recht beachtet, ist das für mich weniger problematisch. Aber wenn man über die geplanten Maßnahmen nachdenkt, dann kommen einem genau da Zweifel …

  12. […] und ich nehme an 90% aller Blogs oder Websiten, Homepages sind nicht betroffen. Die neuen Pflichten der Blogger kommen zumindest aus der Ecke […]

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