Der Bericht vom Web2.0 Kongress am 01.03.2007 Bremen

So also hier ein paar Gedanken und Notizen von der heutigen Veranstaltung. Endlich angekommen dank der Wegbeschreibung, etwas schwer zu finden ist die Ecke da wenn man es gar nicht kennt. In der Schlange, vor der mutmaßlichen Location erstmal das obligatorische „Bin ich hier richtig?“ Na gut, die Spannung steigt und es trudeln immer mehr Leute ein.

Die Abfertigung am Counter geht etwas schleppend aber die Damen und der Herr sowie die Dame in Garderobe haben sich sehr bemüht dem Ansturm Herr zu werden. Also die üblichen Verwaltungs-Thingis Administration halt, Workshop auswählen und Batch empfangen, wenn Barzahler dann jetzt Cash oder Rechnung. Und dann Jacke an der Garderobe abgegeben, ein Café geholt und rein ins Getümmel. Außer Dr. Sascha Peters vom Designzentrum keine „bekannten“ Gesichter, ach der Klaus Eck, und noch ein paar Faces die man schon mal hier und dort gesehen hat 😉 Erstmal etwas rumgeschlichen und die Location begutachtet, dann mal die Technische Ausstattung angeguckt, die der Bürgerfunk aufgefahren hatte, ich meine 3 HD-Cams waren da im Einsatz und irgendwas hab ich auch von Interview gehört. Die Aufnahmeleiterin sagte auf meine Frage ob das ganze im Web zu sehen sei nur, das sei nur für das Fernsehen und wenn es ins Web gestellt wird dann BALD (also gar nicht wollte sie wohl aus Rücksichtnahme nicht sagen, sehr mitfühlend, wäre aber auch nicht nötig gewesen).

Dann ging es los mit der Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung die erste Rede wurde vom bremischen Wirtschaftssenator Jörg Kastendiek gehalten. Nothing special aber war recht nett, enthusiastisch für den Medien und Web-Standort Bremen geworben. Dann kam die Keynote von Julius Endert „Das zweite Leben“ ein interessanter Streifzug durch die aktuelle Weblandschaft mit einigem wissenswerten aus der Schnittmenge klassisscher Medien und Netzangeboten, abgerundet durch Bilder u.a. Second Life, und einem Zusammenschnitt vom elektrischen Reporter. Sehr unterhaltsam und ein guter Auftakt.

Es folgte eine kurze Kaffeepause und die Gelegenheit für ein wenig Bewegung um den müden Kreislauf in Schwung zu bringen. Das Gebäude in dem die Energieleitzentrale ist ist ein saniertes Hafengebäude, und auch die umliegenden ausgebauten Speicher ergeben eine ungewohnte Atmosphäre mit ihrem herausgeputzten Antlitz, klassische Hafenimpressionen, nur das das Wasser der Fluß fehlte 🙂

Nach der Pause begannen dann die eigentlichen Vorträge. Klaus Eck, der PR-Blogger hielt einen Vortrag über Corporate Blogs und Blogs in der PR. Dabei ging es dann auch um Web2.0, Zahlen zur Blogosphäre, Ceo-Blogs (DocMorris, John Schwarz/Sun), Technorati usw.

Der zweite Vortrag war von Friederike Ahlers vom FRoSTA Blog. Sie berichtete aus ihrer Praxis und über die gemachten Erfahrungen bei FRoSTA sowie das Angebot des Weblogs und spezifischen Merkmale. Damit war der Google Page Rank und der Vergleich des Weblog mit der klassischen statischen Webseite gemeint. Dann wurde die Philosophie hinter dem Reinheitsgebot geschildert. Das ganze wurde anhand eines Film vom Betriebsleiter und mit Ausführungen zum FroSTA Reinheitsgebot veranschaulicht. Insbesondere die Sache mit der Angabe aller Zusatzstoffe zeigt, das Transparenz groß geschrieben wird. Es wurde über die Umsetzung berichtet, einhergehend mit einer Straffung des Sortiments, der Auswahl geeigneter Rohstoffe und Zutaten. Dafür waren 25.000 h in der F&E erforderlich. Im gleichen Zug wurde Verbrauchern die Möglichkeit gegeben vollkommen ohne Login, unregistriert und anonym Produkte zu bewerten. Die Mitarbeiter werden gebeten zu bloggen, von ca. 30 Aktiven ist ein harter Kern von circa 10 Leuten auf dem Blog besonders aktiv, wie das nunmal so ist. Es gibt eine Blogrichtlinie, das übliche bezüglich Geschäftsinterna und so weiter enthält. Auch der zweite Vortrag sehr interessant, wenn auch mehr aus Unternehmenssicht.

 

Der dritte und letzte Vortrag des Vormittags wurde von Martin Oetting gehalten. Das Thema war Web2.0 und Viral Marketing. Er ist Viral Marketing Berater bei TRND und der Vortrag war sehr spannend. Er erklärte wie es zum Web2.0 kommen konnte (Bandbreiten, Open Source Software, Web Services und Applikationen, Mitmachen). Dann beschrieb er den Begriff Viral Marketing und nannte vier Ps Produkt (iPod vs. UglyBilligMP3Player), Preis (Preispolitik), Place, Promotion. Im nächsten Zug erklärte er das mit dem Web2.0 eine Veränderung zu 3Ps stattfindet die er so sieht Plan/Produkt Promotion Pfriendship 🙂 und das ganze bildet eine Schnittmenge in der virale Effekte verstärkt werden könne, wenn man eben ansteckende Produkte hat (Skype, Xing) – untermalt mit der Anekdote das der erste Telefonbesitzer kreuzunglücklich gewesen sein muss, er hat zwar was neues, kann es aber nicht benutzen … deshalb muss er andere überzeugen, damit er selbst es nutzen kann). Oder PolaroidKamera-Effekt, wenn jemand ein Bild herumschwenkt [als das ganz neu war und nix digital] Effekt: alle Umstehenden die das mitbekommen sind fasziniert „Kein Entwickeln mehr,,,“ ob die das wohl weitererzählen, also soviel zu Word-Of-Mouth oder gelungener Mundpropaganda. Ach der Vortrag war so gut, das kann ich jetzt gar nicht mehr alles so zusammenfassen. Stichworte: Ansteckende Kommunikation, Virale Videos, Idee Produkt Seeding Tracking, Ansteckende Beziehungen (Produktentwicklung und Outsourcing)

Danach war dann Fragerunde und Diskussion mit den Vortragenden angesetzt, ein Teil ging schon in die Mittagspause. Wir gingen schließlich alle rüber ins Speicherrestaurant und konnten aus zwei Gerichten auswählen. Das Essen war gut und man konnte so nix bemängeln, für meinen Geschmack.

Als sich alle eingetroffen hatten ging es mach der Mittagspause an die Workshops. Ich habe mich für einen Workshop zum E-Learning und Web2.0 Anwendungen in Unternehmen bei dem Oldenburger Dipl.Päd. K.H. Fehrlage (vom KUW) entschieden, der auch sehr informativ war was Wikis in Unternehmen betrifft. Lernen in der neuen Wissens- oder Informationswelt des Web2.0, und die Anforderungen an „Wissensarbeiter“. Web2.0 bedeutet aber auch Kommunikations-, Lern- und Kooperationskultur in den Unternehmen. Wissenteilen G.B. Shaw Zitat such ich noch raus

Nachdem Workshop und kurzem Austausch mit dem Moderator bin ich dann runter in den Haupt-Veranstaltungraum und habe mir wieder einen Platz für die zweite Vortragsrunde gesucht.

Der erste Vortrag am Nachmittag -von Martin Röll E-Business Berater- war dann auch noch mal über Wikipedia und über Wiki-Systeme. Ganz anschaulich gemacht mit dem Vergleich mit einer digitalen vernetzten Wandtafel mit einer herkömmlichen „analogen“ bzw. einem schwarzen Brett. Der Vortrag schloß mit der Frage „Wo steht ihre Wandtafel?“ mir sauste da eine Sekunde eine schwarze Copy-ÄhMashUpCat mit Copy/Paste Schwanz durch den Kopf – aber so schlimm ist es dann ja doch noch nicht um mich bestellt.

Der nächste war dann Christian Clawien PR Manager bei der Agentur Construktiv, die vor exakt einem Jahr Mr.Wong rausgebracht haben. Das Thema lag nahe er behandelte Social Bookmarkings und den Sinn und Nutzen von User-bewerteten Links die verschlagwortet werden. Muß ich auch noch viel intensiver nutzen, recht praktisch aber ich denke immer noch in meinen Kategorien, ich würde meine Tags ja gerne irgendwie etwas visuell strukturieren können 😉 das wäre usable, also praktisch meine ich.

 

Der letzte Vortrag von Stefan Keuchel Pressesprecher Google Deutschland behandelte dann die Produkte/Services von Google (inzwischen übrigens ca. 65 an der Zahl). Alles sehr interessant, die personalisierte Startseite, GoogleMail (kann jetzt übrigens jeder haben, entgegen dem was ich gestern geschrieben habe) und die umstrittenen GoogleApps 😉 Warum Google sich keinen Datenschutz-Gau erlauben würde, und die Frage ob die Daten ausgewertet werden. Das war ein guter Ausklang für den Vortragsteil, es schloß sich noch eine kurze Zusammenfassung und Diskussions- und Fragerunde an. Zum Schluß ging es zum Get-Toghether noch ein Stockwerk höher, wo ein Macbook als Soundsystem für etwas musikalische Untermalung der entstehenden Gespräche war. Nach zwei Bierchen bin ich dann aber auch nach Hause gefahren und inzwischen merke ich das ich doch etwas müde werde.

Fazit: sehr gelungen, 160 Besucher in etwa. Ordentlich – ich hätte irgendwie so auf 50 Leute getippt. Hälfte Nerds, Hälfte Werbung/Marketing . Man kann sich halt täuschen, aber dafür waren die Themen auch etwas unternehmensspezifisch, dennoch lehrreich, spannend und ich bin ja mal gespannt, gespannt auf 2008 😉

Gleich noch Harald Schmidt und ab in die Heia, morgen heißt es noch Resturlaub, und dann ist ja schon Wochenende 🙂 Yes.

BTW jetzt wo ich das alles soweit verlinkt habe, denke ich mal dürfte der Artikel Trackback wohl überall im Spamfilter lande.

So falls ich irgendjemandem mit der Berichterstattung zu nahe getreten bin bitte ich um eine kurze Info, damit man drüber reden kann – oder einfacher… in den Kommentaren!
michael–2006(@ )hotmail(.)de

~ von unintendedpurpose - März 1, 2007.

3 Antworten to “Der Bericht vom Web2.0 Kongress am 01.03.2007 Bremen”

  1. […] Jetzt ist der Bericht […]

  2. nabend

    sehr informativ!!

    lg nos

  3. […] sich im Netz präsentieren können. Einen ausführlichen Bericht hat das Blog “unintended purpose” veröffentlicht. In Kürze finden Sie hier einige PDFs der Vorträge und eine […]

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