Wir nennen es Arbeit – Multimedialesung @Spin

Wir Nennen Es Arbeit – oder Michi On Tour

So, am 28.11. eine Multimedia – Lesung (…) von und mit Holm Friebe und Lascha Sobo,
ähem Sascha Lobo.

Also recht rechtzeitig aufgerafft und auf den Weg gemacht. Diesmal gen Hafen. Im ehe-
maligen 1Hafen, der zu einer kulturellen Ecke ausgebaut werden soll, hat
das Junge Theater in der Alten Stauerei sein Lager aufgeschlagen. Gegen einen freiwil-
ligen Obolus (Pay what U Want) wurde unter dem Motto „Theater für Alle“ die Veranstalt-
ung ausgerichtet.

Mal sehen wie es wird, zuerst mal eine Odyssee durch unsere kleine Stadt. Hmmm „Babylon
by Bus“ sag ich nur. Am Haupt-Bahnhof umgestiegen, irgendwie etwas komisch: mir sind
mehrere Leute über den Weg gelaufen, die mit kaiserlich gezwirbelten Schnurrbärten aus-
gestattet waren 2. Hab ich irgendwas verpasst, ich glaub ich muss
mal im MIX Stadtmagazin nachschlagen. Am Bahnhof wurde es dann auch etwas hektischer
und der Bus füllte sich. Neben einigen -na, ich nenn es jetzt mal mit Vorsicht bedacht-
analogen Lebenskünstlern, die darüber schwadronierten ob man eher das dreizehnte Bier oder
die Tüte dazu weglassen solle, waren nur noch ein paar Fahrgäste an Bord die langsam aber
sicher an den folgenden Haltestellen entschwanden. Ich beschäftigte mich derweil damit,
‚Window and people watching‘ zu betreiben. Schon wieder ungewohnt die frühe Dunkelheit,
aber immerhin 10° C.

Anyway – wenn der Gesindel-Express so weiter schleicht dürfte ich mal wieder slightly de-
layed an meiner Destination ankommen. Hauptsache der Laden ist gut zu finden. Im MP3-
Player Everlast und etwas Nirvana. Schwuppdiwupp war ich da. Die Straße kannten die zwei
Personen die ich nach dem Weg gefragt habe schon mal nicht. Glücklicherweise habe ich
dann festgestellt, dass der Bus 20m von dem Veranstaltungsort gehalten hat.

Also rein ins Vergnügen. Eben den Eintritt entrichtet und briefen lassen, wo der entsprech-
ende Saal ist.

Okay, also es hatte wohl gerade angefangen. Ich bin hinein gegangen, hab mir einen Klapp-
stuhl genommen und mir einen guten Platz (in der letzten Reihe 😉 Hinterbänkler halt) ge-
sucht. Der Saal war ganz gut besetzt, obwohl ich mit mehr gerechnet hatten. Es mögen viel-
leicht 30 – 40 Leute gewesen sein, die sich in den Stuhlreihen plaziert hatten.

Auf der Bühne waren die zwei Delinquenten 🙂 und ein Moderator(?) gerade dabei den Ablauf
zu Umreißen. Auf dem Tisch, vor den Herren Lobo und Friebe jeweils ein feines kleines
MacBook. Dazu ein Beamer der das Bild auf eine große Leinwand warf. Am Eingang gab es einen
Verkaufs-Büchertisch mit Exemplaren ihres Werks „WIR NENNEN ES ARBEIT“ (Heyne Verlag,
ISBN 3-453-12092-2, erschienen 2006).

Es begann mit einigen vorgelesenen Auszügen und Erklärungen zu den Begrifflichkeiten. Es
wurden die Kernthemen des Buches angesprochen und mit Anekdoten anschaulich angereichert.
Um den Inhalt des Buch soll es hier jetzt mal nicht gehen, darüber wurde anderenorts ja
auch bereits geschrieben und diskutiert. Von der Atmosphäre war es recht locker, anfangs
fand ich es etwas kühl im Raum. Aber nach ein, zwei Exkursionen an die Bar im Entree und
mit Bier gestärkt legte sich das schnell. Die Multimedia-Lesung war gut gemacht, im Prin-
zip eine Präsentation mit bunten Bildern, klaren Grafiken und einigen animierten Clips.
Zwischen dem freien Vortrag immer wieder Passagen aus dem Buch und entsprechende Hinter-
grundinformationen. Ein kleines Live-Meeting im SecondLife(tm) mit einer Bekannten von
Holm Friebe zur Darstellung von Verdienstmöglichkeiten gab es dann auch noch. Mein Lieb-
lingsausspruch von Sascha Lobo an dem Abend (zum Fernsehen und neuen Möglichkeiten 3)
lautete „Vor 80 Jahren konnte sich sicher niemand vorstellen, dass Menschen 3-6 Stunden
mit einem Puls der unter dem eines Koma-Patienten liegt in einen Kasten schauen würden“.
Es wurde auch auf die Problematik hingewiesen, dass das Modell was Sie beschrieben haben
nicht allgemein und auf jeden Menschen zu übertragen sei.
4

Tja, dann gab es noch eine kurze Signierstunde im Saal und schließlich gingen alle hinüber
in die Bar bzw. den Eingangsbereich. Die ersten gingen nach Hause, es kamen aber noch
interessante Gespräche sowohl mit den anderen Gästen, den beiden Autoren als auch mit dem
Moderator zustande. 5

Die beiden wirkten etwas erschöpft, was aber sicher niemand angesichts einer solchen Lese-
reise6 übelgenommen hat. Ich würde sagen die beiden sind sehr umgängliche, offene Typen
Menschen mit denen man sich gut unterhalten kann. Bei der Diskus­sionsrunde gefiel mir wie Lobo mit
galanter Dialektik einige der Fragen / Aussagen aus dem Publikum aufgriff und parierte. Unterhalt-
sam auch das gegenseitige Sticheln der beiden, großes Kino!
–> Holm, wieviele Striche hast Du dir jetzt eigentlich machen müssen 😉
Die Diskussion war sehr interessant und anregend. Ich hab mir ein paar Stichpunkte gemacht über die
ich – für mich – nochmal Nachdenken werde. Bemerkenswert fand ich die geringe Anzahl an Bloggern im
Publikum, ich glaub 2,3 mögen es gewesen sein (oder haben sich dazu „bekannt“). Ich kann das zwar
gut nachvollziehen, das man ein natürliches Bedürfnis nach einer gewissen Anonymität hat – fand das
aber schon erstaunlich.
Es ist tatsächlich so, dass ich die Veranstaltung -für mich- sehr gut fand und das jedem Interes-
sierten nur empfehlen kann. Ich würde es mir zum Beispiel noch ein zweites Mal antun 😉

In der Bar war dann auch die Möglichkeit zu Gesprächen in kleinerer Runde gegeben, es floss noch
das ein oder andere Bierchen 7 ]

Ich habe mich dann allerdings leider auch bald auf den Weg machen müssen, damit ich den letzten
Bus um kurz vor elf Uhr erwische. Immerhin konnte ich so überhaupt mal wieder ein Bierchen trinken.
Der einzige Vorteil des ÖPNV.

Also gesagt, getan! Die Location verlassen und umgeschaut, Haltestelle nicht in Sicht, dafür mein
Bus – leider vor einem Speicher-Gebäude ca. 500m entfernt. Also Beine in die Hand und Hackengas.
Locker rüber gejoggt und den Busfahrer gefragt wann es denn los geht. Zwei Minuten später ging die
Reise heimwärts. Kurz durch den Holzhafen, hmm was sehen meine trüben Augen? Zu so später Stunde
ganz allein auf weiter Flur … ach – das ist der Straßenstrich hier 🙂 es ging also an ein paar
Bordstein-Schwalben vorbei aus dem Freihafengebiet in das Stadtgebiet. Ich hatte mir gerade Norah
Jones im mp3 angemacht, als ich am Straßenrand in der Lindenhof-Gegend noch ein Sixpack Cops und
eine Streife stehen sah. Hmm, die hatten sich wohl zwei der üblichen Verdächtigen rausgegriffen
und checkten die und ihre Handies jetzt. Vermutlich irgendwelche lachhaften Drogenkleinkriminalität,
naja okay.

Ich hab mich dann mal etwas zurückgelehnt und die Musik genossen. Sonst war auch nix spektakuläres
über das ich berichten könnte, deshalb lassen wir es mal dabei bewenden.

So, dann werde ich mal den Beitrag veröffentlichen!
Mein Counter sagt: Du kannst noch 977 Beiträge schreiben;-)

MIC

Für mich heißt es jetzt mal wieder gute Nacht und ab ins Bett … damit bin ich hier fürs erste raus
aus der Nummer … over and out
/off

~ von unintendedpurpose - November 29, 2006.

Eine Antwort to “Wir nennen es Arbeit – Multimedialesung @Spin”

  1. Mein Gott! In Klein-Bloggersdorf kocht die Gemütslage…

    Es ist schon erstaunlich da liest man morgens, zum gemütlichen Frühstück nen Artikel und schwuppdiwupp entbrennt da eine Diskussion, daß es nicht mehr feierlich ist. Angedeutet hatte sich das ganze schon gestern Abend – aber das das alles solche Bl…

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